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Pflege von Streichinstrumenten

Pflege und Wartung von Streichinstrumenten

Damit Ihnen Ihr Instrument lange Freude bereitet, makellos klingt und so selten wie möglich kostspielige Reparaturen beim Geigenbauer erfordert, sollten Sie einige einfache, aber entscheidende Regeln beachten.

Lagerungsbedingungen und Temperatur

Ein Instrument sollte stets fern von Wärmequellen (Heizkörper, Öfen) und direkter Sonneneinstrahlung gelagert werden. Der Schlüsselfaktor für die Langlebigkeit des Klangholzes ist jedoch die richtige Luftfeuchtigkeit.

Die optimale relative Luftfeuchtigkeit für ein Streichinstrument beträgt 50-55 % (dies entspricht dem Klima in der Werkstatt während des Baus). Ein Bereich von 45-60 % gilt als absolut sicher für die Lagerung.

Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit trocknet das Holz aus und schrumpft. Dies führt unweigerlich zu Rissen im Korpus, einem verschobenen Stimmstock, einem umfallenden Steg und anderen schweren Schäden. Umgekehrt kann eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit bei unzureichender Belüftung zu irreversiblen Schäden wie Pilz- oder Schimmelbefall sowie sich lösenden Leimfugen führen.

Besonders wichtig ist die Überwachung der Luftfeuchtigkeit während der winterlichen Heizperiode, wenn die Raumluft oft auf kritische 20 % absinkt. Bewahren Sie das Instrument immer im geschlossenen Koffer auf. Nutzen Sie ein zuverlässiges Hygrometer zur Kontrolle und verwenden Sie bei Trockenheit unbedingt einen speziellen Instrumenten-Befeuchter (z. B. einen Dampit-Schlauch).

Wichtig: Streichinstrumente sind extrem empfindlich gegenüber plötzlichen Temperaturschwankungen (Temperaturschock). Wenn Sie im Winter von draußen in einen warmen Raum kommen, nehmen Sie die Geige nicht sofort heraus! Lassen Sie sie 15-30 Minuten im geschlossenen Koffer. So gleicht sich die Temperatur sanft an und der Lack wird vor Mikrorissen (Krakelee) geschützt.

Reinigung und Lackpflege

Um die Ästhetik des Instruments zu erhalten, darf die regelmäßige Reinigung nicht vernachlässigt werden. Nach jedem Spielen sollten die Saiten, das Griffbrett und die Decke (besonders der Bereich unter dem Steg, wo sich Kolophoniumstaub absetzt) mit einem weichen, trockenen Flanell- oder Mikrofasertuch abgewischt werden.

Um hartnäckiges Fett und Schmutz sicher zu entfernen, verwenden Sie spezielle Pflegemittel vom Geigenbauer. Der Laubach Reiniger und Politur eignet sich beispielsweise hervorragend für Decke, Boden und Hals. Tragen Sie eine kleine Menge der Flüssigkeit auf ein weiches Tuch auf und polieren Sie das Holz in leichten kreisenden (oder achtförmigen) Bewegungen. Verwenden Sie niemals Alkohol oder Haushaltsreiniger — diese zerstören den Lack sofort!

Position des Stegs

Der Steg kann sich aus verschiedenen Gründen neigen oder verschieben: beim Saitenwechsel, durch die ständige Vibration beim Spielen oder durch die Dehnung der Henkelsaite. Besonders beim Aufziehen neuer Saiten neigt er dazu, sich nach vorne (Richtung Griffbrett) zu ziehen. In dieser Zeit sollte seine Position täglich überprüft werden.

Ein geneigter Steg beeinträchtigt nicht nur die Klangentwicklung negativ, sondern kann auch die Fichtendecke physisch beschädigen. Ein stark geneigter Steg, der nur noch auf der scharfen Vorderkante seiner Füße steht, drückt tiefe Dellen in das weiche Holz. Später ist es für einen Geigenbauer sehr schwer, einen neuen Steg auf eine derart beschädigte Decke perfekt anzupassen.

Die korrekte Position: Der Steg muss mit der gesamten Fläche seiner Füße bündig auf der Decke aufliegen (selbst der kleinste Lichtspalt ist inakzeptabel). Der richtige Winkel des Stegs beträgt exakt 90° relativ zur Decke auf der Seite des Saitenhalters.

Pflege des Bogens

Nach dem Spielen müssen die Bogenhaare unbedingt entspannt werden, damit die Stange ihre Wölbung (Camber) und Elastizität nicht verliert. Wischen Sie den Frosch und die Bogenstange mit einem trockenen, weichen Tuch ab, um Handschweiß und Kolophoniumstaub zu entfernen. Verwenden Sie bei starker Verschmutzung der Stange spezielle Reiniger (vermeiden Sie Wasser und Seife). Um zu verhindern, dass trockener Kolophoniumstaub im Koffer auf Ihr Instrument rieselt, sollten Sie den Bogen in einem speziellen Seidenbeutel aufbewahren.

Saiten- und Stegwechsel

Für eine sichere Stegkorrektur oder einen Wechsel verwenden Geigenbauer ein Werkzeug namens String Lifter (Saitenheber). Er hält die Saitenspannung aufrecht, ohne dass die Saiten abgenommen werden müssen.

Wenn Sie die Saiten selbst wechseln, tun Sie dies unbedingt einzeln nacheinander! Wenn Sie alle Saiten gleichzeitig abnehmen, fallen der Steg und der innenliegende Stimmstock (die Seele) sofort um.

Es ist am besten, die Saiten in Etappen (über 2 bis 4 Tage) zu wechseln. Tauschen Sie zunächst die 1. (E) und 4. (G) Saite aus, damit sich Steg und Decke an das neue Spannungsverhältnis gewöhnen können. Spielen Sie das Instrument, lassen Sie es "ruhen" und wechseln Sie dann die 2. und 3. Saite.

Reiben Sie die Saitenkerben auf dem Steg und dem Obersattel immer mit einem weichen Graphitstift (Bleistift) ein. Das Graphit wirkt als Trockenschmiermittel, verringert die Reibung, verhindert ein Verklemmen der Saite beim Stimmen und verlängert die Lebensdauer der Saiten erheblich.

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