In mehreren Jahrzehnten Arbeit mit Musikinstrumenten habe ich sehr viele Gitarrenkoffer gesehen, in der Hand gehabt, verkauft und miteinander verglichen. Dazu gehörten Hiscox, BAM, Eastman sowie Koffer vieler anderer bekannter Hersteller, teure und preisgünstigere Modelle, Glasfaserkoffer und unterschiedliche Verbundkonstruktionen. Ich habe sie auf Messen gesehen, mit Musikern gesprochen und immer wieder selbst geprüft, wie eine Gitarre im Inneren liegt, wie angenehm sich ein Koffer tragen lässt und wie überzeugend sein Schutz in der Praxis wirkt.
Deshalb basiert meine Einschätzung von Visesnut weder auf Fotos noch auf Werbetexten. Von allen Gitarrenkoffern, mit denen ich bisher gearbeitet habe, habe ich in der Summe ihrer Eigenschaften noch keine bessere Lösung gefunden.
Visesnut gehört für mich zu den seltenen Produkten, die nicht durch eine einzelne spektakuläre Eigenschaft überzeugen, sondern dadurch, wie gut alles zusammenpasst: Festigkeit, Gewicht, Wärmedämmung, eine stabilere relative Luftfeuchtigkeit im Inneren, die Fixierung der Gitarre, die Ergonomie und sogar die Position des Tragegriffs.
In diesem Artikel möchte ich mich vor allem auf die Visesnut Active Series konzentrieren. Einen solchen Koffer habe ich vor Kurzem vor dem Versand an einen Kunden ausführlich fotografiert und gefilmt: Ich habe ihn geöffnet, das Innenleben gezeigt, verschiedene klassische Gitarren hineingelegt und die Passform für unterschiedlich große Instrumente eingestellt.
Auf den Fotos und Videos ist die schwarze Ausführung zu sehen. Die Active Series ist jedoch auch in Light Grey erhältlich. Die Farbe ist für mich zweitrangig. Viel interessanter sind die Konstruktion und die Frage, was der Musiker tatsächlich für sein Geld erhält.
Zunächst möchte ich erklären, was ich meine, wenn ich Active als die günstigste Serie von Visesnut bezeichne.
Innerhalb des Sortiments des Herstellers kann man sie tatsächlich als eine Art Economy-Klasse ansehen: Die Oberfläche ist einfacher, die Farbauswahl kleiner und die Beschläge unterscheiden sich von der teureren Premier Series.
Dieser Vergleich gilt jedoch nur innerhalb der Visesnut-Produktwelt. Betrachtet man den Markt für Gitarrenkoffer insgesamt, gehört Active für mich weiterhin zur Premiumklasse.
Es handelt sich nicht um einen billigen Koffer, bei dem wichtige Funktionen gestrichen wurden, um den Preis zu senken. Die grundlegende Visesnut-Konstruktion bleibt erhalten: eine stabile Doppelwand, Wärmedämmung, hohe Dichtigkeit, ein anpassbares Innenleben und ein sehr ernst zu nehmender Schutz für das Instrument.
Im eigenen Vergleich von Active und Premier bewertet Visesnut wichtige Eigenschaften wie Festigkeit, Wärmedämmung, Dichtigkeit und das verstellbare Innenkonzept auf demselben Niveau. Die deutlicheren Unterschiede liegen bei Oberfläche, Beschlägen, Optik und Individualisierungsmöglichkeiten.
Genau deshalb halte ich Active für ein besonders interessantes Angebot. Der Musiker bezahlt in erster Linie für den Schutz des Instruments und für die technische Visesnut-Konstruktion, nicht für dekorativen Luxus.
Ich kenne Narongsak Visesnut persönlich, und auch das ist für mich von Bedeutung.
Narongsak ist nicht einfach jemand, der beschlossen hat, schöne Behälter für Musikinstrumente herzustellen. Er ist selbst Gitarrenbauer für klassische Gitarren. Ich kenne ihn, kenne seine Instrumente und habe gesehen, wie er mit Gitarren umgeht.
Wenn man diesen Hintergrund kennt und anschließend das Innenleben des Koffers betrachtet, werden viele konstruktive Entscheidungen verständlicher. Ich habe dabei ein sehr einfaches Gefühl: Dieser Koffer wurde von jemandem entwickelt, der genau versteht, was später darin liegen wird.
Das ist vermutlich einer der Gründe, warum das Innere eines Visesnut nicht wie ein gewöhnlicher, mit weichem Stoff ausgekleideter Universalkoffer wirkt. Passform, Auflagen, Freiraum am Kopf der Gitarre und verstellbare Elemente orientieren sich am Instrument selbst.
Der Visesnut Active für klassische Gitarre wiegt 3,3 kg ohne Rucksackgurte. Für mich ist das eine der beeindruckendsten Eigenschaften, weil das vergleichsweise geringe Gewicht überhaupt nicht den Eindruck einer dünnen oder zerbrechlichen Schale vermittelt.
Die Konstruktion besteht aus einer Doppelwand. Außen befindet sich ABS, danach folgt ein harter geschlossenzelliger Polyurethan-Kern, und innen befindet sich eine geformte Struktur mit weicher Auskleidung und dämpfenden Elementen. Im Grunde entsteht so ein steifes mehrschichtiges Sandwich.
Diese Kombination ermöglicht Eigenschaften, die bei einem professionellen Gitarrenkoffer nur schwer gleichzeitig zu erreichen sind: relativ geringes Gewicht, hohe Steifigkeit, Belastbarkeit und gute Isolation gegenüber der Außenwelt.
Eine der größten Sorgen von Besitzern hochwertiger Gitarren sind Flugreisen. Wenn das Instrument mit in die Kabine genommen werden kann, ist die Situation einfacher. Aber Musiker wissen, dass das nicht immer möglich ist und ein Instrument manchmal als Gepäck aufgegeben werden muss.
Ich habe genügend Beispiele gesehen, was mit Musikinstrumenten auf Flughäfen passieren kann. Förderbänder, schweres Gepäck darüber, Stürze und Schläge an Teilen der Gepäckanlage haben mit einer vorsichtigen Fahrt von zu Hause zur Musikschule wenig zu tun.
Ich habe auch Videos von Instrumentenkoffern gesehen, die in Gepäckanlagen schwer beschädigt wurden. Bei einer teuren Gitarre bekommt das Wort „stabil“ dadurch eine völlig andere Bedeutung.
Deshalb empfehle ich Visesnut meinen Kunden mit gutem Gewissen für Reisen, auch wenn eine Gitarre als Gepäck aufgegeben werden muss. Meine Kunden reisen auf diese Weise mit diesen Koffern.
Natürlich kann kein Koffer eine hundertprozentige Garantie gegen jede denkbare Situation geben. Niemand kann jede einzelne Handlung eines Flughafen-Gepäckdienstes kontrollieren.
Wenn mich jedoch jemand fragt, welchem Koffer ich selbst eine teure klassische Gitarre anvertrauen würde, steht Visesnut für mich ganz oben.
Eine besonders anschauliche Demonstration stammt von Visesnut selbst. Eine wertvolle Gitarre wird in den Koffer gelegt, danach stellen sich fünf Erwachsene gleichzeitig auf den geschlossenen Koffer.
Ich habe dieses Video persönlich mit Narongsak besprochen. Er machte mich auf den größten Mann in der Gruppe aufmerksam und sagte mir, dass dieser mehr als 100 kg wiegt. Damit sprechen wir insgesamt über eine Belastung von mehreren hundert Kilogramm — und im Koffer befindet sich dabei weiterhin eine Gitarre.
Ich möchte hier keine künstlich genaue Gesamtbelastung ausrechnen, weil wir das Gewicht der anderen Personen nicht kennen. Aber die Demonstration selbst ist für mich deutlich genug.
Über Werkstoffe und technische Eigenschaften kann man lange sprechen. Manchmal genügt jedoch der Anblick von fünf Erwachsenen, die auf einem Koffer stehen, in dem sich eine teure Gitarre befindet.
Belastungsdemonstration von Visesnut: Fünf Personen stehen auf dem Koffer, während sich eine Gitarre darin befindet.
Active wirkt optisch zurückhaltender als Premier. Die Farbauswahl ist kleiner und die Oberfläche weniger dekorativ. Im praktischen Einsatz hat das jedoch auch einen klaren Vorteil.
Die ABS-Außenschale passt sehr gut zu einem Arbeitskoffer, der ständig mit dem Musiker unterwegs ist. Er wird ins Auto gelegt, durch Bahnhöfe getragen, in Proberäume mitgenommen und durch Flughäfen transportiert.
Für Reisen, Auto, Flughafen und ständigen Einsatz empfinde ich die einfachere Optik von Active deshalb keineswegs als Nachteil. Sie passt zu seinem Einsatzzweck.
Premier wirkt luxuriöser und bietet mehr Farben und Oberflächen. Wenn dem Besitzer die Ästhetik des Koffers fast ebenso wichtig ist wie die Ästhetik seines hochwertigen Instruments, kann ich das gut verstehen. Dann ist Premier sinnvoll.
Wenn ein Kunde jedoch sagt: „Mir geht es vor allem um Schutz. Ich möchte Visesnut, aber nicht zusätzlich für eine luxuriösere Oberfläche bezahlen“, dann empfehle ich Active ohne Zögern.
Mir ist wichtig, richtig zu erklären, was ein guter Koffer tatsächlich leisten kann. Er ist natürlich weder Kühlschrank noch Thermosbehälter, der eine Temperatur unbegrenzt festhält.
Für ein Musikinstrument ist jedoch entscheidend, wie schnell sich die Bedingungen verändern.
Visesnut kann die Temperaturbedingungen im Inneren deutlich länger stabil halten. Doppelwand, Polyurethan-Kern und der enge Abschluss von Deckel und Korpus wirken als Wärmedämmung.
Dadurch verändert sich die Temperatur des Instruments langsamer als die Temperatur der Umgebungsluft. Bei einer Holzgitarre ist das wichtig, weil eine langsame Veränderung deutlich günstiger ist als ein plötzlicher Temperatursprung.
An einen Fall erinnere ich mich besonders gut. Das war vor einigen Jahren. Ich brachte einem Kunden einen solchen Koffer und legte ihn persönlich in sein Auto.
Damals gab es die Active Series noch nicht. Es war ein teureres Visesnut-Modell. Die Geschichte zeigt jedoch sehr gut das grundsätzliche Konstruktionsprinzip.
Es war Winter. Die Außentemperatur lag unter −20 °C. Der Koffer befand sich sehr lange, praktisch den ganzen Tag, im Kofferraum des Autos.
Natürlich war die Außenseite am Ende vollkommen kalt. Der Musiker nahm den Koffer erst nach vielen Stunden im Frost mit ins Haus.
Als er ihn im warmen Raum öffnete, rief er mich an und sagte einen Satz, den ich bis heute nicht vergessen habe:
„Du weißt, aus dem Koffer kam richtig Wärme.“
Für mich war dieser Satz anschaulicher als viele Werbeaussagen. Außen hatte der Koffer mehrere Stunden bei weniger als −20 °C verbracht, während sich die Temperatur innen so viel langsamer verändert hatte, dass der Musiker den Unterschied beim Öffnen unmittelbar wahrnahm.
Ich behaupte nicht, dass dies eine Labormessung war, und ich werde keine Temperaturwerte erfinden, die wir damals nicht gemessen haben.
Als praktische Beobachtung eines realen Musikers finde ich diese Geschichte jedoch sehr aussagekräftig.
Die Temperatur ist nur ein Teil der Frage. Bei einer hochwertigen klassischen Holzgitarre ist für mich die Stabilität der relativen Luftfeuchtigkeit sogar noch wichtiger.
Ein guter Koffer sollte nicht einfach nur schließen. Er sollte einen schnellen Luftaustausch mit der Außenwelt so weit wie möglich begrenzen.
Bei Visesnut liegen Deckel und Korpus sehr dicht aneinander. Die Abdichtung rund um den Koffer ist gut sichtbar. Zusammen mit der steifen, mehrschichtigen Konstruktion trägt das zu einem deutlich stabileren Innenklima bei.
Dadurch folgt die relative Luftfeuchtigkeit im Inneren nicht sofort jeder Veränderung der Außenluft. Wenn im Inneren geeignete Bedingungen bestehen, hilft der Koffer dabei, diese deutlich stabiler zu halten.
Das ist für mich eine zentrale Eigenschaft. Die Temperatur sollte sich langsam verändern, und die relative Luftfeuchtigkeit im Koffer sollte möglichst stabil bleiben.
Gerade die Kombination aus Wärmedämmung und guter Dichtigkeit ist einer der wichtigsten Gründe, warum ich Visesnut so hoch einschätze.
Es gibt noch einen Kunden, an dessen Geschichte ich häufig denke, wenn es um wirklich extreme Bedingungen geht. Er lebt weit im Norden.
Im Winter können die Temperaturen dort auf etwa −40...−50 °C sinken. Er besitzt mehrere Gitarren und verwendete vor Visesnut unter anderem Glasfaserkoffer von Eastman.
Er erzählte mir, dass er bei solch starkem Frost die Oberfläche dieser Koffer zusätzlich mit einem speziellen Spray behandelte.
Nach seiner Aussage handelte es sich um ein Mittel der Art, wie es in der Luftfahrt gegen die Vereisung von Flugzeugen und Hubschraubern eingesetzt wird.
Er verwendete es, weil er sich Sorgen über die Wirkung extremer Kälte auf das Koffermaterial und mögliches späteres Reißen machte.
Ich empfahl ihm, einen Visesnut Active auszuprobieren. Nach dem Wechsel auf diesen Koffer erzählte er mir, dass diese zusätzliche Behandlung für ihn nicht mehr notwendig sei.
Und besonders wichtig für mich: Koffer und Instrument haben sich unter diesen außergewöhnlich harten Winterbedingungen sehr gut bewährt.
Auch hier schildere ich die Erfahrung meines Kunden. Ich mache daraus kein Zertifikat eines Prüflabors.
Wenn jemand jedoch tatsächlich an einem Ort lebt, an dem −40 °C oder sogar −50 °C zu einem echten Winter gehören, nehme ich solche Erfahrungen ernst.
Äußere Stabilität ist nur die Hälfte eines guten Koffers. Manchmal öffnet man einen sehr robusten Koffer und merkt, dass über das Instrument im Inneren deutlich weniger nachgedacht wurde.
Bei Visesnut habe ich den gegenteiligen Eindruck.
Das Material im Inneren fühlt sich sehr angenehm und weich an. Die Flächen sind mit weichem Velours ausgekleidet, und im Bereich des Korpus befinden sich dämpfende Elemente und Polster.
Eine Gitarre sollte sich in einer steifen Außenschale nicht frei bewegen können. Sonst geht ein Teil des Schutzes verloren: Bei einem Stoß kann das Instrument im Inneren selbst Bewegung aufnehmen.
Wenn eine Gitarre richtig im Visesnut liegt, sitzt sie sehr sicher. Ganz einfach gesagt: Es wirkt fast so, als hätte sie schon immer dort hineingehört.
Dabei wird das Instrument nicht zwischen harten Flächen eingeklemmt. Es wird von weichen, stoßdämpfenden Elementen gehalten, die den Korpus fixieren und gleichzeitig Belastungen abfangen.
Hier zeigt sich eine der interessantesten Eigenschaften von Visesnut. Innerhalb bestimmter Grenzen lassen sich die Innenmaße an das konkrete Instrument anpassen.
Es handelt sich nicht einfach um einige herausnehmbare Schaumstoffblöcke. Die verstellbaren Auflagen gehören zu den grundlegenden Ideen der Visesnut-Konstruktion.
Ich habe das im Video zu diesem Artikel bewusst demonstriert. Zuerst lege ich eine klassische Gitarre in den Active. Sie liegt korrekt, der Korpus wird gehalten und das Instrument sitzt fest.
Danach nehme ich diese Gitarre heraus und verwende ein anderes Instrument mit kleinerem Korpus und kürzerer Mensur.
Würde man ein kleineres Instrument einfach in einen unveränderlichen großen Innenraum legen, entstünden seitlich Abstände. Das Instrument könnte sich bewegen — genau das möchten wir bei einem Schutzkoffer vermeiden.
Beim Visesnut lässt sich die Position der seitlichen Polster verändern. Ich stelle sie für die zweite Gitarre ein, und auch das kleinere Instrument wird wieder sicher gehalten.
Das ist besonders praktisch, weil klassische Gitarren geometrisch keineswegs immer identisch sind. Selbst bei vollformatigen Instrumenten kann sich der Korpus einer bestimmten Meistergitarre unterscheiden.
Im Video zeige ich zwei klassische Gitarren unterschiedlicher Größe und die Anpassung der Innenauflagen an das kleinere Instrument.
Das ist keine zufällige Besonderheit eines einzelnen Koffers. Das verstellbare Visesnut-Stützsystem ist patentiert.
Das europäische Patent EP3166439B1 beschreibt einen Musikinstrumentenkoffer mit verstellbaren Stützelementen, mit denen sich der Innenraum an das Instrument anpassen lässt.
Als Erfinder werden Narongsak Visesnut und Patorn Visesnut genannt.
Mir gefällt schon die Aufgabenstellung. Es geht nicht nur darum, eine harte Schale mit einer bestimmten Form herzustellen. Es geht darum, eine hochwertige Schutzkonstruktion zu schaffen, in der das Instrument richtig und weich fixiert werden kann.
Im Halsbereich befindet sich eine weiche Auflage mit Fixierung. Der Hals wird mit einem Band gehalten, während der Kopf der Gitarre ausreichend freien Raum besitzt.
Das ist ein wichtiges Detail. Bei einem starken äußeren Stoß soll die Belastung meiner Meinung nach von der Kofferschale und den weichen Auflagen aufgenommen werden und nicht direkt auf den Gitarrenkopf wirken.
Wenn ich also ein Instrument hineinlege und anschließend leicht mit der Hand prüfe, interessiert mich nicht nur der schöne Veloursstoff.
Ich möchte spüren, dass die Gitarre wirklich fixiert ist und nicht im Koffer herumwandern kann.
Unter dem Hals befindet sich ein separates Zubehörfach. Bei der Auslieferung können darin die Rucksackgurte liegen.
Sind die Gurte am Koffer montiert oder werden separat aufbewahrt, steht das Fach für Zubehör zur Verfügung.
Dort lassen sich beispielsweise ein Ersatzsatz Saiten und andere kleine Dinge unterbringen.
Wir haben auch unseren Woodside Guitar Support ausprobiert — von der Größe her passt auch er in diesen Bereich.
Ich würde den Active nicht als Koffer mit riesigem Stauraum bezeichnen. Das wäre nicht korrekt. Seine Hauptaufgabe ist eine andere: die Gitarre möglichst gut zu schützen.
Für die wichtigsten Dinge ist jedoch ausreichend Platz vorhanden.
Am Active befinden sich vier Metallverschlüsse. Sie machen einen sehr stabilen Eindruck und ziehen den Deckel fest an den Kofferkorpus.
Für mich ist das ein wichtiger Teil der Gesamtkonstruktion, denn gute Dichtigkeit ist nur sinnvoll, wenn der Deckel tatsächlich rundum eng anliegt.
In der Standardausführung besitzt Active kein integriertes Zylinderschloss mit Schlüssel.
Hier hat die teurere Premier Series einen echten Vorteil. Wenn ein integriertes Schloss für den Besitzer wichtig ist, sollte man das berücksichtigen.
An meiner grundsätzlichen Bewertung des Active hinsichtlich des Instrumentenschutzes ändert das nichts. In einem ausführlichen Test sollte man solche Details jedoch offen nennen.
Manche Details lassen sich auf Produktfotos in einem Onlineshop nur schwer beurteilen. Die Position des Tragegriffs gehört dazu.
Hebt man den Visesnut Active an, kippt der Koffer nicht unangenehm mit dem Halsende nach unten.
Der Griff ist so angeordnet, dass der obere Teil des Koffers beim Tragen leicht nach oben zeigt.
Dadurch wirkt das Gewicht gut ausbalanciert. Auf dem Papier kann man „3,3 kg“ schreiben. Wie sich diese 3,3 kg tatsächlich anfühlen, hängt jedoch stark vom Schwerpunkt und von der Position des Griffs ab.
Das ist hier meiner Meinung nach sehr gut gelöst.
Zum Active gehören zwei Rucksackgurte. Sie sind relativ breit und weich und besitzen angenehme Schulterauflagen.
Dadurch kann der Koffer nicht nur am seitlichen Griff, sondern auch wie ein Rucksack getragen werden.
Für mich ist das keine nebensächliche Funktion. Einen guten professionellen Koffer kauft man nicht, damit er zu Hause schön aussieht.
Er begleitet den Musiker zu Proben und Konzerten, durch Flughäfen und Bahnhöfe und beim Umsteigen von einem Verkehrsmittel ins nächste.
Die Kombination aus 3,3 kg Gewicht, guter Balance beim Tragen in der Hand und der Möglichkeit, den Koffer auf dem Rücken zu tragen, ist einer der Gründe, warum ich Active für einen sehr guten Arbeitskoffer halte.
Für Visesnut gibt es optional eine weiche Außenhülle, die genau auf die Form des Koffers zugeschnitten ist.
Ich habe diese Hülle selbst in der Hand gehabt und sie gefällt mir. Es handelt sich nicht um eine große Tasche mit vielen Außentaschen.
Sie ist sauber verarbeitet, elegant und sitzt sehr genau auf dem Visesnut-Koffer.
Das Material ist wasserabweisend und bietet dadurch einen zusätzlichen Schutz bei Regen.
Außerdem bildet die zusätzliche äußere Schicht noch eine kleine zusätzliche Isolation gegenüber der Umgebung, was besonders im Winter angenehm ist.
Und auch optisch wirkt ein Visesnut mit dieser Hülle sehr geschlossen und elegant.
Notwendig ist sie nicht. Für den Besitzer eines hochwertigen Instruments halte ich sie jedoch für ein sinnvolles Zubehör.
Meine Antwort hängt weniger vom Wert des Instruments ab als davon, was seinem Besitzer besonders wichtig ist.
Wer eine luxuriösere Oberfläche, eine ungewöhnlichere Farbe, hochwertigere Beschläge und insgesamt stärker den Eindruck eines Premiumobjekts möchte, sollte sich Premier ansehen. Diese Koffer sind wirklich sehr schön.
Wenn ein Kunde dagegen sagt: „Für mich steht der Schutz im Vordergrund. Ich möchte Visesnut, aber nicht zusätzlich für dekorative Oberflächen bezahlen“, dann empfehle ich ohne Zögern Active.
Der Ausdruck „Economy-Klasse von Visesnut“ muss deshalb richtig verstanden werden. Active ist die preisgünstigere Variante innerhalb der Visesnut-Serie.
Im Vergleich zum Gesamtmarkt ist er für mich trotzdem ein echter professioneller Premiumkoffer für ein ernst zu nehmendes Instrument.
Ich könnte diesen Artikel mit einer Tabelle technischer Daten beenden. Für mich würde diese Tabelle aber den wichtigsten Punkt nicht erklären.
Wenn mich ein Musiker fragt, welchen Koffer er für eine gute klassische Gitarre wählen soll, stelle ich mir gedanklich einige andere Fragen.
Was passiert, wenn der Koffer im Winter mehrere Stunden in einem kalten Auto liegt? Wie schnell verändert sich die Temperatur um das Instrument? Bleibt die relative Luftfeuchtigkeit im Inneren stabiler? Was passiert bei einem Stoß? Kann sich die Gitarre im Inneren bewegen? Würde ich diesem Koffer das Instrument an einem Flughafen anvertrauen? Wie angenehm lässt er sich jeden Tag tragen? Und ist er auch nach einem Jahr noch praktisch, wenn der Reiz des Neuen längst verschwunden ist?
Visesnut beantwortet für mich fast alle diese Fragen sehr überzeugend.
Er ist stabil, ohne übermäßig schwer zu sein. Der Active für klassische Gitarre wiegt 3,3 kg ohne Gurte.
Er besitzt eine steife Doppelwand. Er verlangsamt Temperaturänderungen. Durch den dichten Abschluss und die gute Dichtigkeit hilft er dabei, die relative Luftfeuchtigkeit im Inneren stabiler zu halten.
Er lässt sich an unterschiedliche klassische Gitarren anpassen. Das Instrument wird innen von weichen dämpfenden Elementen umgeben.
Der Griff ist sinnvoll positioniert. Rucksackgurte gehören zum Lieferumfang. Und bei Bedarf kann zusätzlich eine wasserabweisende weiche Außenhülle verwendet werden.
Mein wichtigster Eindruck bleibt jedoch ganz persönlich und ist gerade deshalb, meiner Meinung nach, ehrlich:
In mehreren Jahrzehnten Arbeit mit Gitarrenkoffern habe ich für klassische Gitarre in der Summe ihrer Eigenschaften noch keinen besseren Koffer gefunden.
Mir ist vollkommen klar, dass sich das Wort „der beste“ nicht durch eine einzige Tabelle beweisen lässt. Jeder Musiker hat andere Anforderungen, ein anderes Budget und einen anderen Geschmack.
Deshalb behaupte ich nicht, dass meine Einschätzung ein allgemeingültiges Weltranking darstellt.
Es ist mein persönliches Fazit nach vielen Jahren Arbeit mit Instrumenten und Koffern, nach Gesprächen mit Musikern und nach realen Erfahrungen mit Frost, Flugreisen und täglichem Gebrauch.
Genau deshalb gefällt mir die Visesnut Active Series besonders: Sie bietet das Wesentliche des Visesnut-Konzepts zu einem zugänglicheren Preis.
Konstruktionsdetails, Gewicht, Materialien, Lieferumfang und Varianten wurden anhand der Angaben von Visesnut Cases überprüft. Das verstellbare Innensystem ist außerdem im europäischen Patent EP3166439B1 beschrieben.
Visesnut — Classic Guitar Case Active Series
European Patent EP3166439B1 — Musical instrument case having an adjustable supporting means