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Tenorhorn (Tenor)

Tenorhorn: Geschichte, Bauweise, Klang und Unterschiede zu Althorn und Bariton

Das Tenorhorn ist ein Blechblasinstrument der mittleren Lage und besonders charakteristisch für die deutsche, österreichische, böhmische, mährische und mitteleuropäische Blasmusiktradition. Das moderne Tenorhorn steht in der Regel in B, besitzt eine konische Mensur, eine ovale Bauform und drei oder vier Ventile.

Sein Register liegt zwischen dem höheren Althorn und dem tiefen Blech. Seine Aufgabe wird jedoch nicht nur durch den Tonumfang bestimmt. Die vergleichsweise enge Mensur verleiht dem Tenorhorn einen klaren, gesanglichen und fokussierten Klang, mit dem es sowohl die Harmonie stützen als auch eine eigene Melodie oder Gegenstimme führen kann.

Besonders wichtig ist das Tenorhorn in der deutschsprachigen Blasmusik, in der böhmischen und mährischen Tradition sowie in Militär- und sinfonischen Blasorchestern.

Tenorhörner verschiedener Bauarten
Tenorhörner verschiedener Bauarten

Geschichte des Tenorhorns

Die Geschichte des Tenorhorns ist eng mit der Entwicklung der Ventilblechblasinstrumente in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbunden.

Vor der Erfindung der Ventile waren die Möglichkeiten der meisten Blechblasinstrumente auf die Naturtonreihe beschränkt. Ventile veränderten die wirksame Länge der Luftsäule und ermöglichten eine vollständige chromatische Tonleiter.

In Deutschland entstanden verschiedene ventilierte Tenor- und Bassinstrumente. Gleichzeitig entwickelten sich ganze Familien verwandter Blechblasinstrumente.

Eine wichtige Rolle spielte Adolphe Sax. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte er eine Saxhornfamilie von hohen bis zu tiefen Instrumenten. Deren Konstruktionsprinzipien beeinflussten die weitere Entwicklung von Alt-, Tenor- und Baritonhörnern sowie Euphonien.

Das moderne Tenorhorn ist daher keine einzelne Erfindung eines bestimmten Instrumentenbauers, sondern das Ergebnis einer langen Entwicklung mehrerer verwandter Ventilblechblasinstrumente.

Aus diesem Grund unterscheiden sich die Namen der Instrumente dieser Familie bis heute von Land zu Land.

Warum die Bezeichnung „Tenor Horn“ zu Verwechslungen führt

Beim Instrumentenkauf müssen Land und Musiktradition berücksichtigt werden.

In Deutschland und anderen Ländern Mitteleuropas bezeichnet Tenorhorn gewöhnlich ein Instrument in B.

In der britischen Brass-Band-Tradition wird Tenor Horn anders verwendet: Dort bezeichnet der Name ein Es-Instrument, das in der deutschen Terminologie dem Althorn entspricht.

Zusammengefasst:

deutsches Tenorhorn — gewöhnlich B;

deutsches Althorn — Es;

britisches Tenor Horn — Es.

Die Bezeichnung „tenor horn“ allein reicht beim Kauf deshalb nicht aus. Stimmung, Bauweise und Herstellerklassifikation müssen immer geprüft werden.

Die unterschiedlichen nationalen Begriffe erklären, warum äußerlich und funktional verschiedene Instrumente in unterschiedlichen Ländern unter fast identischen Namen angeboten werden.

Praxisbeispiel: Wenn der Name zu einem Fehlkauf führt

Unterschiede in der nationalen Terminologie können nicht nur Missverständnisse, sondern den Kauf eines ungeeigneten Instruments verursachen.

Elcoda belieferte einmal ein russisches Blasorchester mit Yamaha-Instrumenten. Die Musiker benötigten ein Tenorhorn und orientierten sich an der offiziellen russischsprachigen Herstellerinformation.

Das Instrument wurde als Tenor bezeichnet und deshalb bestellt. Nach der Lieferung stellte sich jedoch heraus, dass es in Es gestimmt war und nach mitteleuropäischer Klassifikation zu den Althörnern und nicht zu den B-Tenorhörnern gehörte.

Das vorhandene Repertoire des Orchesters war für ein anderes Instrument geschrieben. Geeignete Stimmen für das Es-Instrument waren kaum vorhanden, sodass es später fast nicht eingesetzt wurde.

Dieser Fall zeigt, warum man sich nicht allein auf Tenor Horn, „Tenor“ oder eine übersetzte Katalogbezeichnung verlassen darf.

Unbedingt zu prüfen sind:

  • Stimmung — B oder Es;
  • Namenssystem des Herstellers;
  • die konkrete Stimme und Funktion im Orchester;
  • die Übereinstimmung mit dem vorhandenen Notenmaterial.

Bei internationalen und übersetzten Katalogen ist besondere Sorgfalt erforderlich. Der gleiche Name Tenor Horn kann in verschiedenen Musiktraditionen unterschiedliche Instrumente bezeichnen.

Für ein Orchester sind Stimmung und Aufgabe des konkreten Modells daher wichtiger als der Instrumentenname.

Aufbau des Tenorhorns

Das moderne mitteleuropäische Tenorhorn besitzt meist die charakteristische ovale Bauform.

Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören Mundstück, Mundrohr, ein Rohrsystem mit zunehmend größerem Durchmesser, drei oder vier Ventile, Stimmzüge und Schallbecher.

Die meisten traditionellen deutschen Tenorhörner sind mit Drehventilen ausgestattet.

Beim Betätigen eines Ventils wird der Luftstrom durch eine zusätzliche Rohrlänge geleitet. Dadurch verlängert sich die Luftsäule und der klingende Ton wird tiefer.

Drei Ventile reichen für den größten Teil des Standardrepertoires aus. Das vierte Ventil erweitert das tiefe Register und ermöglicht alternative Griffe, mit denen sich die Intonation einzelner Töne verbessern lässt.

Heute bieten die Hersteller sowohl kompakte Modelle für Ausbildung und Orchesterarbeit als auch professionelle vier-ventilige Instrumente mit komplexerer akustischer Konstruktion an.

Akustische Eigenschaften des Tenorhorns

Wie bei allen Blechblasinstrumenten entstehen die Schwingungen durch die Lippen des Musikers.

Die Lippen schwingen im Mundstück; die Luftsäule im Instrument verstärkt bestimmte Frequenzen entsprechend den akustischen Resonanzen des Gesamtsystems.

Den Klang beeinflussen gleichzeitig Form und Volumen des Mundstücks, Instrumentenlänge, Innenprofil und Erweiterungsverlauf, Ventilmaschine, Form und Durchmesser des Schallbechers sowie die Spieltechnik.

Beim Tenorhorn ist das Verhältnis zwischen Rohrlänge und Durchmesser besonders wichtig.

Gegenüber weiter mensurierten Instrumenten besitzt das Tenorhorn ein relativ enges Profil. Sein Klang wirkt deshalb fokussierter und klarer.

Das bedeutet nicht, dass ein Tenorhorn scharf klingen muss. Ein gutes Instrument kann sehr weich und gesanglich klingen; gegenüber einem weiteren Bariton wirkt die Klangfarbe jedoch meist direkter und definierter.

Dadurch kann sich das Tenorhorn in einem großen Bläserensemble gut behaupten, ohne die Schärfe einer Trompete oder Posaune zu besitzen.

Unterschied zwischen Tenorhorn und Althorn

Althorn und Tenorhorn gehören zu einer verwandten Instrumentenfamilie, unterscheiden sich jedoch vor allem in Stimmung und Register.

Das mitteleuropäische Althorn steht gewöhnlich in Es, das Tenorhorn dagegen in B.

Das Althorn ist kürzer und klingt höher. Im Orchester liegt es zwischen Flügelhörnern oder Trompeten und der Tenorgruppe.

Das Tenorhorn besitzt ein tieferes Arbeitsregister und übernimmt häufiger Melodie-, Gegenmelodie- und Begleitstimmen in Tenorlage.

Die britische Bezeichnung Tenor Horn meint dagegen gerade das Es-Instrument, das in Deutschland Althorn heißt. Beim Vergleich internationaler Herstellerkataloge ist das unbedingt zu berücksichtigen.

Unterschied zwischen Tenorhorn und Bariton

Tenorhorn und Bariton werden besonders leicht verwechselt. Beide können in B stehen, beide besitzen häufig eine ovale Bauform und werden in der mitteleuropäischen Blasmusik traditionell nebeneinander eingesetzt.

Der wichtigste Unterschied liegt im Mensurverlauf: Das Tenorhorn ist gewöhnlich enger, das Bariton weiter mensuriert.

Dadurch klingt das Tenorhorn meist klarer, kompakter und fokussierter. Das Bariton besitzt eine breitere, kräftigere und rundere Klangfarbe und entfaltet sich besonders gut in mittlerer und tiefer Lage.

Instrument Typische Stimmung Bauweise Klangcharakter
Althorn Es kleiner und kürzer höher, kompakt
Tenorhorn B vergleichsweise enge Mensur klar, gesanglich, fokussiert
Bariton B weitere Mensur voller, weicher, runder

Der Unterschied lässt sich nicht auf eine einzige Bohrungsangabe reduzieren. Das gesamte Instrument vom Mundrohr bis zum Schallbecher bildet ein akustisches System.

Zwei Instrumente mit ähnlichen Daten können sich deshalb bei Widerstand, Ansprache und Klang deutlich unterscheiden.

Althorn, Tenorhorn und Bariton
Althorn, Tenorhorn und Bariton

Tenorhorn und Euphonium sind ebenfalls nicht dasselbe

Das Euphonium sorgt für zusätzliche Verwirrung. Es steht ebenfalls meist in B und wird in einem ähnlichen Register eingesetzt, besitzt jedoch in der Regel eine deutlich weitere und stärker konische Mensur.

Dadurch wird sein Klang breiter, tiefer und runder.

Auch die Grenze zwischen den Bezeichnungen Bariton und Euphonium ist von Land zu Land verschieden. Bei der professionellen Auswahl sollte man sich deshalb am konkreten Modell und seiner Konstruktion orientieren, nicht nur am Familiennamen.

Wo das Tenorhorn eingesetzt wird

Das typische Einsatzgebiet ist das mitteleuropäische Blasorchester.

Besonders verbreitet ist es in Deutschland, Österreich, Böhmen, Mähren und Südtirol, in traditionellen Blasorchestern und Musikvereinen, Militärorchestern sowie in Ensembles der böhmischen und mährischen Musik.

In der klassischen deutschen oder böhmischen Blasmusik ist das Tenorhorn eine der zentralen Melodiestimmen.

Es kann die Melodie der Flügelhörner verdoppeln oder stützen, eine selbstständige Gegenmelodie spielen, mittlere und tiefe Stimmen verbinden oder eine eigene Kantilene führen.

In der traditionellen Egerländer-Musik haben Tenorhornstimmen eine eigenständige Bedeutung. Es gibt getrennte Stimmen für erstes und zweites Tenorhorn; manche Besetzungen verwenden gleichzeitig Tenorhörner und Bariton.

Repertoire des Tenorhorns

Zum traditionellen Repertoire gehören Märsche, Polkas, Walzer, böhmische und mährische Blasmusik, konzertante Werke für Blasorchester, Solostücke und Bearbeitungen populärer und klassischer Musik.

Das Tenorhorn füllt dabei keineswegs nur die mittlere Harmonie.

Breite gesangliche Phrasen und Gegenmelodien sind typisch. Ein guter Tenorhornist benötigt daher neben technischer Beweglichkeit eine entwickelte Kantilene, Atemkontrolle und einen gleichmäßigen Klang im gesamten Register.

Stimmen mit der Bezeichnung Tenorhorn in B finden sich auch außerhalb der traditionellen Blasmusik.

Ein berühmtes Beispiel eröffnet den ersten Satz von Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 7. Welches konkrete Tenorinstrument Mahler meinte, wird bis heute diskutiert; in der Praxis wird die Stimme häufig auf Bariton, Euphonium oder einem verwandten Instrument gespielt.

Warum das Tenorhorn in böhmischer und mährischer Musik so wichtig ist

Für Hörer, die vor allem das Sinfonieorchester kennen, ist die Rolle des Tenorhorns manchmal schwer einzuschätzen.

In einer kleinen traditionellen Blasmusikbesetzung prägt jedoch gerade die Tenorgruppe einen wesentlichen Teil des charakteristischen Ensembleklangs.

Selbstständige Stimmen für erstes und zweites Tenorhorn füllen nicht nur die Mitte der Harmonie, sondern bilden gegenläufige Melodielinien.

Die Verbindung aus weichem Flügelhorn-Oberregister, gesanglicher Tenorgruppe und fundamentalem Bass prägt maßgeblich den typischen Klang der Egerländer und böhmischen Musik.

Moderne Tenorhörner: Warum die Modelle so unterschiedlich sind

Auf den ersten Blick ähneln sich moderne deutsche Tenorhörner: B-Stimmung, ovaler Korpus und Drehventile. Dennoch können sich Instrumente derselben Klasse deutlich unterscheiden.

Elcoda führt 23 Varianten von B&S, Melton Meinl Weston und Miraphone. Viele sind Ausführungen einer Grundkonstruktion mit anderer Ventilzahl, anderem Korpusmaterial oder anderer Oberfläche; andere stellen tatsächlich eigenständige akustische Konzepte dar.

Der Vergleich zeigt, worauf beim Kauf eines Tenorhorns zu achten ist.

Enge und weitere Bauweise

Miraphone bietet dafür ein besonders anschauliches Beispiel.

Das klassische Miraphone 47 besitzt eine relativ enge ovale Bauweise, eine 13,0-mm-Bohrung in der Ventilmaschine und einen 250-mm-Schallbecher.

Miraphone 47 B-Tenorhorn mit drei Drehventilen

Das Miraphone 474 beruht auf einem ähnlichen Konzept, besitzt jedoch vier Ventile.

Miraphone 474 B-Tenorhorn mit vier Drehventilen

Das größere Miraphone 47WL besitzt eine 13,9-mm-Bohrung und einen 270-mm-Schallbecher; der Hersteller ordnet es der weiten ovalen Bauart zu.

Miraphone 47WL Loimayr B-Tenorhorn in weiter ovaler Bauart

Innerhalb einer Marke stehen damit zwei Konzepte gegenüber: Miraphone 47/474 — engeres Tenorhorn; Miraphone 47WL — weiteres Tenorhorn. Der Instrumentenname allein beschreibt die akustischen Eigenschaften nicht.

Miraphone 47 und 474 — traditionelle enge Konzeption

Das Miraphone 47 ist ein dreiventiliges B-Tenorhorn in traditioneller enger ovaler Bauweise. Bohrung und Schallbecher messen 13,0 beziehungsweise 250 mm.

Im Katalog gibt es Korpusse aus Messing und Goldmessing. Der Käufer wählt damit Materialvarianten derselben akustischen Konstruktion, nicht zwei verschiedene Größen.

Das Miraphone 474 ergänzt dieselbe Konzeption um ein viertes Ventil; Bohrung und Schallbecher bleiben unverändert.

47 und 474 sind daher vor allem als Wahl zwischen drei und vier Ventilen zu vergleichen, nicht als Instrumente völlig unterschiedlichen Charakters.

Miraphone 47WL — eine weitere Konzeption

Das Miraphone 47WL verfolgt einen anderen Ansatz: weite ovale Bauform, 13,9-mm-Bohrung, 270-mm-Schallbecher und größeres Innenvolumen als die Serie 47.

Miraphone beschreibt diesen Typ mit offenem, warmem Klang und leichter Ansprache.

Die Vergrößerung von 13,0 auf 13,9 mm wirkt nur auf dem Papier gering. Bei einem Blasinstrument ist sie erheblich, zumal gleichzeitig der Schallbecher größer wird und sich der gesamte Mensurverlauf verändert.

Das 47WL ist daher nicht einfach ein „großes 47“, sondern ein eigenständiges akustisches Konzept.

Miraphone 47WL Loimayr

Elcoda führt verschiedene 47WL-Loimayr-Ausführungen: mit drei oder vier Ventilen, Korpussen aus Messing oder Goldmessing, lackiert oder versilbert und mit unterschiedlicher Zusatzausstattung.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Gesamtgeometrie, der Ansprache und der Intonation in den verschiedenen Registern.

Bei der 47WL-Serie geht es somit nicht nur um „drei oder vier Ventile“, sondern um die passende Ausführung einer professionellen Grundkonstruktion.

Tenorhörner Miraphone 47 und Miraphone 47WL
Tenorhörner Miraphone 47 und Miraphone 47WL

Viertes Ventil und zusätzliche Mechanik

Vier-ventilige Ausführungen erweitern den tiefen Tonumfang und bieten zusätzliche Griffmöglichkeiten.

Einige Profimodelle besitzen außerdem Trigger an Stimmzügen, eine besondere Anordnung des vierten Hebels oder Mechaniken zur unmittelbaren Intonationskorrektur.

Solche Funktionen sind für professionelle Musiker praktisch, verlangen aber die entsprechende Spieltechnik. Mehr mechanische Möglichkeiten machen ein Instrument nicht automatisch zur besten Wahl für jeden Spieler.

Was die zahlreichen Miraphone-Varianten bedeuten

Miraphone nimmt den größten Teil der Elcoda-Kategorie ein, doch die Einträge stehen nicht für fünfzehn völlig unterschiedliche Instrumententypen.

Die Auswahl beruht auf wenigen Grundkonstruktionen: 47 — eng oval, drei Ventile; 474 — eng oval, vier Ventile; 47WL/Loimayr — weiter mensuriertes professionelles Tenorhorn mit drei oder vier Ventilen. Danach unterscheiden sich Korpusmaterial, Oberfläche und Ausstattung.

Für den Käufer ist diese Systematik nützlicher als ein Vergleich vieler Artikelnummern: Zuerst wird der Konstruktionstyp, danach die konkrete Ausführung gewählt.

Tenorhörner von B&S

Das Sortiment von B&S ist sehr logisch aufgebaut. Elcoda führt B&S 32/2, 33/2, 3032/2 und 3033/2. Alle folgen der klassischen deutschen B-Tenorhorn-Konzeption; die wichtigsten Unterschiede sind Ventilzahl und Serienniveau.

B&S 32/2 und 33/2

Das B&S 32/2 besitzt drei Ventile.

B&S 32/2-L B-Tenorhorn mit drei Drehventilen

Das B&S 33/2 besitzt vier.

B&S 33/2-L B-Tenorhorn mit vier Drehventilen

Beide gehören zur Performance-Serie. Für den Musiker entscheidet zunächst, ob ein viertes Ventil erforderlich ist.

B&S 3032/2 und 3033/2

Die professionellen Modelle 3032/2 und 3033/2 bilden die nächste Stufe.

Das 3032/2 besitzt drei Ventile.

B&S 3032/2-L B-Tenorhorn mit drei Drehventilen

Das 3033/2 besitzt vier.

Тенор Bb с 4 роторными вентилями B&S 3033/2-L
Serie 3 Ventile 4 Ventile
Performance B&S 32/2 B&S 33/2
Professional B&S 3032/2 B&S 3033/2

Wenn die klassische B&S-Geometrie passt, bleiben zwei Entscheidungen: Wird ein viertes Ventil benötigt, und welches Serienniveau ist erforderlich?

Tenorhörner von Melton Meinl Weston

Das Melton-Meinl-Weston-Sortiment bei Elcoda ist kleiner, konstruktiv aber besonders interessant, weil es verschiedene professionelle Tenorhornkonzepte umfasst.

Melton 139MT — Instrument für die Egerländer-Tradition

Das Melton 139MT wurde als Modell der Original Egerländer Musikanten entwickelt und ist mit Ernst Hutter verbunden.

Melton Meinl Weston 139MT-S B-Tenorhorn, Modell Ernst Hutter

Es ist ein professionelles dreiventiliges B-Tenorhorn, dessen Konstruktion unmittelbar mit der Egerländer-Musik verbunden ist.

Die historische Tradition lebt damit nicht nur im Repertoire weiter: Hersteller bauen bis heute spezialisierte Instrumente für diese Art des Ensemblespiels.

Tenorhorn Melton Meinl Weston 139MT
Tenorhorn Melton 139MT

Melton MWT24 Meisterwerk

Das MWT24 Meisterwerk ist eine professionelle vier-ventilige Konstruktion.

Melton Meinl Weston MWT24-L B-Tenorhorn

Es besitzt ein größeres Innenprofil und richtet sich an Musiker, die einen weiteren Instrumentencharakter und ein erweitertes tiefes Register benötigen. Lackierte und versilberte Varianten zeigen zugleich, warum mehrere Artikelpositionen nicht automatisch mehrere grundsätzlich verschiedene Modelle bedeuten.

Melton MAT24 MeisterArt

Besonders interessant ist das MAT24 MeisterArt.

Melton Meinl Weston MAT24-L MeisterArt B-Tenorhorn

Es besitzt vier Drehventile und einen komplexeren, veränderlichen Mensurverlauf. Konstruktiv unterscheidet es sich deutlich vom klassischen engen Tenorhorn.

Während das Miraphone 47 etwa 13 mm Bohrung und einen 250-mm-Schallbecher besitzt, ist das MAT24 wesentlich weiter und hat einen Schallbecher von ungefähr 270 mm.

Beide heißen B-Tenorhorn, liegen konstruktiv jedoch weit auseinander. Stimmung und Ventilzahl allein bestimmen den Charakter nicht.

Was die 23 Tenorhörner bei Elcoda zeigen

Das Sortiment macht die wichtigsten Parameter des modernen mitteleuropäischen Tenorhorns sichtbar.

Ventilzahl

Drei Ventile besitzen beispielsweise B&S 32/2 und 3032/2, Melton 139MT, Miraphone 47 und einige 47WL-Ausführungen. Vier Ventile finden sich bei B&S 33/2 und 3033/2, Melton MWT24 und MAT24, Miraphone 474 sowie verschiedenen 47WL-Modellen.

Bohrung

Es gibt relativ enge und deutlich weitere Konstruktionen. Eine einzelne Zahl darf jedoch nicht isoliert verglichen werden; entscheidend ist der gesamte Mensurverlauf.

Schallbecherdurchmesser

Die betrachteten Modelle reichen von ungefähr 250 bis 280 mm. Ein größerer Schallbecher macht ein Instrument nicht automatisch besser oder lauter, sondern ist Teil der Gesamtkonstruktion.

Material

Vor allem Messing und Goldmessing werden verwendet. In manchen Serien unterscheidet das Material Varianten derselben Konstruktion; es muss aber zusammen mit Wandstärke, Geometrie, Schallbecher und Mundrohr betrachtet werden.

Oberfläche

Erhältlich sind Klarlack, Versilberung und dekorative Ausführungen. Die Oberfläche beeinflusst vor allem Schutz, Aussehen und Spielgefühl. Es wäre zu vereinfachend, Lack oder Silber allein einen eindeutigen Klang zuzuschreiben.

Auswahl zwischen B&S, Melton Meinl Weston und Miraphone

Der Vergleich zeigt, warum die Frage „Welche Marke ist besser?“ falsch gestellt ist.

B&S

B&S bietet ein klassisches, klar gegliedertes deutsches Tenorhornkonzept mit übersichtlicher Wahl zwischen Serien sowie drei oder vier Ventilen.

Melton Meinl Weston

Melton Meinl Weston ist für Musiker interessant, die spezialisierte Profikonstruktionen suchen. Das 139MT zielt direkt auf die Egerländer-Tradition, das MWT24 stellt ein anderes professionelles Konzept dar, und das MAT24 verfolgt einen moderneren Ansatz mit verändertem Profil.

Miraphone

Miraphone bietet die größte Auswahl. Zunächst kann zwischen der engeren Konstruktion 47/474 und dem weiteren 47WL gewählt werden, danach zwischen drei und vier Ventilen, Materialien und Oberflächen. Das ist besonders interessant für Musiker, die Widerstand, Ansprache und gewünschte Konstruktion bereits genau kennen.

Technische Daten richtig lesen

Technische Angaben müssen als System betrachtet werden. Eine 13-mm-Bohrung bedeutet nicht automatisch, dass ein Instrument schlechter ist als ein Modell mit 14,5 mm.

Ein engeres Instrument kann gezielt für eine klare, fokussierte Tenorstimme konstruiert sein; ein weiteres für freieres Blasen und eine andere Klangmasse. Gleiches gilt für den Schallbecherdurchmesser.

Eine sinnvolle Reihenfolge lautet: musikalische Aufgabe → Konstruktionstyp → drei oder vier Ventile → benötigte Mensur und Ansprache → konkretes Modell → Material und Oberfläche.

Dieser Weg ist zuverlässiger als die Auswahl allein nach Preis oder einem einzelnen technischen Wert.

Wie man ein Tenorhorn auswählt

Das erste Kriterium sollte weder Marke noch Preis sein. Zuerst ist zu klären, für welches musikalische Umfeld das Instrument benötigt wird.

Ein Musiker im traditionellen deutschen Musikverein kann einen anderen Instrumentencharakter benötigen als ein Spieler der Egerländer oder böhmischen Musik oder ein professioneller Solist im konzertanten Blasorchester.

Stimmung.
Für das deutsche Tenorhorn ist B Standard. Auf dem internationalen Markt muss die Stimmung wegen der unterschiedlichen Terminologie besonders sorgfältig geprüft werden.

Ventilzahl.
Drei oder vier Ventile richten sich nach Repertoire und Anforderungen an das tiefe Register.

Mensur.
Sie beeinflusst Widerstand, Ansprache und Klangcharakter.

Schallbecherdurchmesser.
Er bestimmt den Klang nicht allein, ist aber Teil der akustischen Gesamtkonstruktion.

Gewicht und Balance.
Beides ist bei langen Proben wichtig.

Ventilergonomie.
Handhaltung und Mechanik müssen zum Musiker passen.

Ansprache.
Das Instrument soll sowohl bei leiser Tonansprache als auch bei großer Dynamik vorhersehbar reagieren.

Intonation.
Sie ist über den gesamten Arbeitsbereich und nicht nur an einem Ton zu prüfen.

Technische Daten beschreiben ein Instrument nie vollständig. Zwei Tenorhörner mit ähnlichen Zahlen können sich beim Spielen sehr unterschiedlich anfühlen.

Tenorhörner bei Elcoda

Der Katalog des Musikgeschäfts Elcoda umfasst 23 Varianten von B-Tenorhörnern der Hersteller B&S, Melton Meinl Weston und Miraphone.

Die Auswahl reicht von klassischen dreiventiligen Modellen und professionellen vier-ventiligen Instrumenten bis zu engeren und weiteren Bauweisen sowie Spezialmodellen für bestimmte Aufführungstraditionen.

Elcoda liefert Musikinstrumente und professionelles Zubehör an Anfänger, Studierende, Lehrkräfte, Berufsmusiker, Musikschulen und Orchester. Seltene professionelle Blasinstrumente können bestellt und weltweit versendet werden.

Bei der Auswahl sind nicht nur Hersteller und Preisbereich, sondern vor allem die zur Musiktradition und zu den Anforderungen des Musikers passende Konstruktion entscheidend.

Fazit

Das Tenorhorn nimmt unter den Blechblasinstrumenten eine besondere Stellung ein.

Es verbindet die Gesanglichkeit konischer Instrumente mit einem klareren und fokussierteren Klang als ein weit mensuriertes Bariton. Dadurch verbindet es unterschiedliche Ensemblelagen und kann zugleich eine selbstständige Melodiestimme übernehmen.

Historisch ist es eng mit der deutschen, österreichischen, böhmischen und mährischen Blasmusik verbunden, in der seine Klangfarbe Teil eines unverwechselbaren Stils wurde.

Ein Tenorhorn darf nicht allein nach seinem Namen ausgewählt werden. Die deutsche und britische Terminologie, die Nähe zu Althorn, Bariton und Euphonium sowie große konstruktive Unterschiede verlangen eine Beurteilung von Stimmung, Mensur, Ventilzahl und musikalischer Aufgabe.

Moderne Modelle von B&S, Melton Meinl Weston und Miraphone zeigen, wie unterschiedlich Instrumente innerhalb einer Kategorie sein können.

Ein gutes Tenorhorn ist nicht nur ein Instrument bestimmter Größe und Stimmung. Konstruktion, Widerstand, Ansprache und Klangcharakter müssen zum Musiker, zum Repertoire und zur Orchestertradition passen.

Quellen

Erstellt von Elcoda, dem Musikgeschäft für professionelle Instrumente und Zubehör.

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