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Die Familie der Saxhörner

Die Familie der Saxhörner

Saxhörner bilden eine große Familie von Blasinstrumenten. Sie gehören zur Familie der Blechblasinstrumente, die für ihre Klangerzeugung durch Lippenvibration bekannt sind. Sie werden Blechblasinstrumente genannt, weil Messing das am häufigsten verwendete Material bei ihrer Herstellung ist.

Oft begegnet man der deutschen Bezeichnung für diese Familie – Bügelhörner, abgeleitet vom französischen Bugle und dem deutschen Horn. Dieser Name entstand Ende des 19. Jahrhunderts in der deutschen Sprache. Obwohl die Bedeutungen von Bugle und Horn identisch erscheinen mögen, wollte man im Deutschen die redundante Benennung Hornhorn vermeiden.

Das Erscheinen neuer Instrumente, insbesondere im Zusammenhang mit den Entwicklungen des belgischen Meisters Adolphe Sax, führte zu verschiedenen Streitigkeiten und sogar Gerichtsentscheidungen über Klassifizierung und Benennung. Es wurde debattiert, ob Saxhörner neue Instrumente oder lediglich Weiterentwicklungen bestehender Kornett-, Tuba- oder chromatischer Flügelhornfamilien waren (letztere 1832 vom deutschen Meister Michael Saurle patentiert). Diese Streitigkeiten waren Gegenstand langwieriger Gerichtsverfahren.

In der Nomenklatur der Saxhörner ist in den verschiedenen Sprachen eine große Verwirrung entstanden, die bis heute anhält. Einige Quellen ordnen das Flügelhorn noch immer der Saxhornfamilie zu. Wenn das Flügelhorn einbezogen wird, können Saxhörner in fünf Gruppen unterteilt werden: Sopran, Alt, Tenor, Bariton und Bass. Im Russischen werden einfache Namen wie Alt, Tenor und Bariton verwendet, aber genau hier entsteht die Verwirrung, da dasselbe Instrument in verschiedenen Sprachen Alt, Tenor oder Bariton genannt werden kann. Diese Unordnung in der Nomenklatur der Orchesterinstrumente besteht seit Jahrhunderten.

Die Benennung von Alt-, Tenor- und Baritoninstrumenten wird in verschiedenen Sprachen und Orchesterpartituren oft verwechselt. Ein Vergleich der Orchestertexte von H. Berlioz und S. Forsyth zeigt beispielsweise unterschiedliche Namen für identische Instrumente. Bei Berlioz ist die Stimme mit der Tonhöhe B3 (Scientific Pitch Notation) für das Alt, während sie bei Forsyth für den Sopran vorgesehen ist. Es3 bei Berlioz ist für den Tenor, bei Forsyth für das Alt, und B2 entsprechend für das Bariton bzw. Tenor.

Bis heute sind diese Fragen ungeklärt. Im Englischen ist es üblich, Instrumente mit Doppelnamen zu bezeichnen, wie z.B. Soprano/Alto, Alto/Tenor, Tenor/Baritone, Baritone/Bass, Bass und Kontrabass. Im Deutschen werden die Namen Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn, Baritonhorn, Euphonium, Tuba, Basstuba und Kontrabasstuba verwendet. Im Russischen werden allgemeine Namen bevorzugt: Alt, Tenor und Bariton.

Um übermäßige Verwirrung zu vermeiden, werden oft deutsche Namen zur präziseren Bezeichnung entlehnt. Begriffe wie Althorn, Tenorhorn und Baritonhorn verdeutlichen sofort, dass es sich um ein Blasinstrument und nicht um eine Stimmlage oder ein Streichinstrument handelt. Im Russischen wird das Wort „Basshorn“ selten verwendet; stattdessen werden Begriffe wie Tuba, Basstuba, Euphonium oder Kontrabasstuba verwendet.

Saxhörner haben eine relativ weite Mensur, die vom Ventilmechanismus bis zum Schallstück allmählich zunimmt. Instrumente innerhalb der Saxhornfamilie unterscheiden sich in Größe und Umfang.

Saxhörner besitzen, wie andere Blasinstrumente, eine Naturtonreihe. Der Übergang vom Grundton zu höheren Harmonischen wird durch Überblasen (Erhöhung der Luftgeschwindigkeit) erreicht. Die Länge, der Durchmesser und der Verlauf der Bohrung beeinflussen den Umfang und die klanglichen Qualitäten des Instruments.

Eine chromatische Tonleiter wird durch Änderung der Länge der Luftsäule mittels Ventilen erreicht, die zusätzliche Rohrabschnitte zu- oder abschalten. Jedes Instrument der Saxhornfamilie ist mit mindestens drei Hauptventilen ausgestattet. Verschiedene Kombinationen ermöglichen sieben verschiedene Tonvariationen. Zusätzliche Ventile (z. B. ein Quartventil) oder auswechselbare Bögen können den Umfang und die Tonmöglichkeiten weiter erweitern.

Das Vorhandensein verschiedener Obertöne bestimmt das Klangbild des Instruments. Obertöne werden durch das Material, seine Konfiguration sowie den Durchmesser der Bögen und des Schallstücks beeinflusst.