Die Tuba ist das tiefste Instrument der modernen Blechblasinstrumentenfamilie. Im Sinfonieorchester bildet sie das Fundament der Blechbläsergruppe und verbindet den Klang der Posaunen mit den tiefen Stimmen des Orchesters. Eine moderne Tuba ist jedoch weit mehr als nur der „Orchesterbass“: Sie wird in sinfonischer Musik, Blasmusik, Kammermusik und Sololiteratur ebenso eingesetzt wie im Brass Band, in Blechbläserensembles und im Jazz.
Professionelle Orchestertuba
Die moderne Tuba ist ein vergleichsweise junges Musikinstrument. Vor dem 19. Jahrhundert übernahmen Instrumente wie Serpent und Ophikleide die Bassfunktion bei den Blasinstrumenten. Ihre Möglichkeiten hinsichtlich Lautstärke, Intonation und klanglicher Ausgeglichenheit waren jedoch begrenzt.
Ein entscheidender Entwicklungsschritt war die Einführung von Ventilsystemen bei Blechblasinstrumenten. Mit ihnen konnte die wirksame Rohrlänge verändert und damit eine vollständige chromatische Tonleiter gespielt werden.
Als Geburtsdatum der modernen Basstuba gilt der 12. September 1835. In Berlin erhielten der Militärmusikdirektor und Posaunist Wilhelm Wieprecht und der Instrumentenbauer Johann Gottfried Moritz ein preußisches Patent für ein neues Instrument — die Basstuba.
Die erste Basstuba war in F gestimmt und mit fünf sogenannten Berliner Pumpen ausgestattet.
Eine der frühen Basstuben des 19. Jahrhunderts
Eine erhaltene Moritz-Basstuba aus dem Jahr 1839 befindet sich heute im Musikinstrumenten-Museum in Berlin und stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Instruments dar.
Die neue Tuba übernahm schnell die Rolle der Bassstimme in Militär- und Blasorchestern. Hector Berlioz lernte das Instrument während seiner Reisen durch Deutschland kennen und gehörte zu den ersten bedeutenden Komponisten, die die Tuba anstelle der Ophikleide einsetzten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich die Tuba endgültig als Bestandteil des Sinfonieorchesters.
Die Tuba gehört zu den Blechblasinstrumenten mit überwiegend konischer Mensur: Das Rohr erweitert sich vom Mundstück bis zum großen Schallbecher kontinuierlich.
Der Ton entsteht durch die Schwingung der Lippen des Musikers im kesselförmigen Mundstück. Die Tonhöhe wird nicht nur durch Lippenansatz und Luftführung verändert, sondern auch durch Ventile, die zusätzliche Rohrlängen zuschalten.
Bei modernen Tuben kommen hauptsächlich zwei Ventilarten zum Einsatz:
Drehventile sind besonders typisch für die deutsche und mitteleuropäische Tradition, während Pumpventile in der britischen, französischen und amerikanischen Instrumentenbauweise weit verbreitet sind.
Drehventilmechanik einer professionellen Tuba
Viele professionelle Tuben besitzen fünf oder sechs Ventile. Zusätzliche Ventile bieten weitere Griffmöglichkeiten, erleichtern das Spiel im tiefen Register und können eine präzisere Kontrolle der Intonation ermöglichen.
Daneben gibt es Kompensationssysteme. Sie sind besonders für die britische Tradition und professionelle Instrumente von Besson charakteristisch.
Heute sind vor allem vier Grundstimmungen verbreitet:
F und Es — Basstuben;
C und B — Kontrabasstuben.
F-Tuben sind vergleichsweise kompakt und besitzen einen klaren und beweglichen Klangcharakter. Sie werden häufig von professionellen Orchestermusikern sowie in Kammermusik und Solorepertoire eingesetzt.
Es-Tuben spielen insbesondere in der britischen Brass-Band-Tradition eine wichtige Rolle.
C-Tuben sind in der professionellen sinfonischen Praxis weit verbreitet, insbesondere in den USA.
Die B-Tuba gehört in Deutschland und Europa zu den besonders verbreiteten Instrumenten, vor allem in Blas- und Sinfonieorchestern.
Die Größe einer Tuba wird häufig mit ungefähren Größenbezeichnungen angegeben:
3/4, 4/4, 5/4 und 6/4.
Dabei handelt es sich nicht um einen streng definierten internationalen Größenstandard, sondern um eine allgemeine Orientierung hinsichtlich der Proportionen des Instruments.
Tuben können sich selbst bei gleicher Stimmung erheblich in ihrer Größe unterscheiden
Die traditionelle Aufgabe der Tuba besteht darin, ein kraftvolles und stabiles Bassfundament zu schaffen.
Im Sinfonieorchester spielt in der Regel ein Tubist. Das Instrument arbeitet eng mit den Posaunen zusammen, kann jedoch auch eigenständige melodische Aufgaben übernehmen.
In Blas- und Militärorchestern kommen häufig mehrere Tuben zum Einsatz und bilden eine vollständige Bassgruppe.
In der britischen Brass-Band-Tradition werden üblicherweise Es- und B-Tuben eingesetzt.
Auch in der Kammermusik spielt die Tuba eine wichtige Rolle, beispielsweise im Brass Quintet, in Tiefblech-Ensembles, Quartetten und gemischten Besetzungen.
Eine besondere historische Rolle besitzt sie außerdem im frühen Jazz und Dixieland, wo die Tuba häufig die Bassfunktion übernahm.
Ein verwandtes Instrument ist das Sousaphon. Durch seine um den Körper geführte Bauform eignet es sich besonders gut für den Einsatz in Marschkapellen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Tuba zu einem festen Bestandteil des großen romantischen Orchesters.
Zu den Komponisten, die das Instrument einsetzten, gehören:
Richard Wagner setzte die Kontrabasstuba intensiv in seinem Zyklus Der Ring des Nibelungen ein.
Anton Bruckner verlieh dem tiefen Blech in seinen späteren Sinfonien eine besonders wichtige Rolle.
Richard Strauss verwendete die Tuba in groß besetzten Orchesterwerken wie Elektra und Eine Alpensinfonie.
Trotz ihrer beträchtlichen Größe kann eine moderne Tuba weit mehr spielen als lange Basstöne. Professionelle Tubisten bewältigen schnelle Passagen, große Intervallsprünge, kantable Melodien und virtuose Solostellen.
Zu den wichtigsten Werken des 20. Jahrhunderts gehört Ralph Vaughan Williams' Concerto for Bass Tuba and Orchestra aus den Jahren 1953–1954.
Dieses Werk zeigte einem breiteren Publikum, dass die Tuba als vollwertiges Soloinstrument eingesetzt werden kann.
1955 schrieb Paul Hindemith seine Sonate für Basstuba und Klavier, die heute zum zentralen Studien- und Konzertrepertoire professioneller Tubisten gehört.
Im 20. und 21. Jahrhundert hat sich das Solorepertoire erheblich erweitert. Heute gibt es Konzerte, Sonaten, Werke für Tuba und Klavier sowie Kompositionen für Tiefblech-Ensembles.
Aufgrund der ähnlichen Bauweise und der Zugehörigkeit zu den konischen Blechblasinstrumenten werden Tuba und Euphonium gelegentlich miteinander verwechselt.
Das Euphonium ist jedoch ein höher gestimmtes Instrument im Tenor-Bariton-Register. Es ist normalerweise in B gestimmt und deutlich kleiner als eine Tuba.
Das Euphonium übernimmt häufig melodische Aufgaben, während die Tuba das Bass- beziehungsweise Kontrabassfundament eines Ensembles bildet.
Im Sortiment von Elcoda werden Tuben und Euphonien deshalb in getrennten Kategorien geführt.
Nach unserer Erfahrung bei Elcoda werden professionelle Tuben bei uns vor allem von Orchestern und professionellen Musikern bestellt.
Tuben gehören zum professionellen Blasinstrumentensortiment von Elcoda. Zu unseren Kunden zählen Orchester, Musikschulen und professionelle Musiker.
Diese Kunden haben meist recht konkrete Anforderungen.
In der Regel handelt es sich um große Instrumente — häufig 4/4 oder größer. Etwa 3/4 kann dabei als die kleinste Größe angesehen werden, die wir in diesem professionellen Bereich regelmäßig antreffen.
Besonders häufig werden bei uns B-Tuben bestellt.
Ein weiteres Merkmal ist die Anzahl der Ventile. Professionelle Musiker und Orchester, die ihre Instrumente über Elcoda bestellen, entscheiden sich häufig für Modelle mit fünf oder sechs Ventilen.
Professionelle Tuben mit vier Ventilen werden weiterhin hergestellt und erfolgreich gespielt. Nach unserer Erfahrung bevorzugen Kunden bei großen Orchesterinstrumenten jedoch zunehmend Modelle mit zusätzlichen Ventilen.
Der Grund ist praktischer Natur: Ein fünftes und sechstes Ventil bietet zusätzliche Griffmöglichkeiten, erleichtert das Spiel im tiefen Register und kann die Kontrolle der Intonation verbessern.
Professionelle Orchestertuben verfügen häufig über fünf oder sechs Ventile
Professionelle Tuben von B&S, darunter Instrumente der Perantucci- beziehungsweise PT-Serie, gehören zu den Modellen, für die sich Kunden von Elcoda besonders interessieren.
Die Perantucci-Serie wurde mit Blick auf professionelle Tubisten entwickelt und umfasst große Orchesterinstrumente unterschiedlicher Bauart.
Darunter befinden sich Modelle mit fünf oder sechs Drehventilen für anspruchsvolle professionelle Orchesterarbeit.
Professionelle B&S Tuba der Perantucci-Serie
Bei solchen Instrumenten sind nicht nur Stimmung und Größe entscheidend. Auch Blaswiderstand, Ansprache, Stabilität im tiefen Register und die individuellen Vorlieben des Musikers spielen eine wichtige Rolle.
Der deutsche Hersteller Melton Meinl Weston ist auf professionelle Tuben spezialisiert und bietet ein sehr breites Spektrum — von vergleichsweise kompakten Instrumenten bis hin zu großen 5/4- und 6/4-Orchestertuben.
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Serie Gravity.
Melton Meinl Weston Gravity
Die verschiedenen Modelle von Melton Meinl Weston sind für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert: Sinfonieorchester, Blasorchester, Kammermusik oder solistische Aufgaben.
Bei der Auswahl einer solchen Tuba sollte deshalb bereits im Vorfeld berücksichtigt werden, wo und in welcher Besetzung das Instrument hauptsächlich gespielt werden soll.
Miraphone ist ein weiterer renommierter deutscher Hersteller professioneller Tuben.
Das Unternehmen produziert Instrumente in B, C, Es und F, sowohl mit Dreh- als auch mit Pumpventilen und in unterschiedlichen Größen.
Professionelle Miraphone Tuba
Das Miraphone-Sortiment umfasst sowohl vielseitige Orchesterinstrumente als auch sehr große Modelle der 6/4-Klasse.
Besson steht für eine weitere bedeutende Tradition im Bau tiefer Blechblasinstrumente.
Die Marke ist historisch eng mit der britischen Brass-Band-Tradition verbunden. Pumpventile und Kompensationssysteme sind charakteristische Merkmale vieler Besson-Instrumente.
Professionelle Besson Tuba
Besonders bekannt sind die professionellen Instrumente der Sovereign-Serie.
Diese Tuben werden in Brass Bands und Blasorchestern sowie von Musikern eingesetzt, die sich an der britischen Tiefblechtradition orientieren.
Jupiter bietet Instrumente für unterschiedliche Spielniveaus — von Musikschulen und Studenten bis hin zu anspruchsvollen Orchestermusikern.
Das Programm umfasst B-Tuben sowohl mit Pump- als auch mit Drehventilen.
Jupiter B-Tuba
Bei einem Ausbildungs- oder Orchesterinstrument sind neben dem Klang auch praktische Eigenschaften wichtig: Gewicht, Position der Ventile, Spielhaltung und Transportmöglichkeiten.
Eine Tuba ist ein großes und wertvolles Musikinstrument. Deshalb ist ein guter Koffer besonders für den Transport von großer Bedeutung.
Für professionelle Tuben von B&S, Miraphone und Melton Meinl Weston sind originale Hartschalenkoffer der jeweiligen Hersteller erhältlich.
Diese Markenkoffer passen gut zu den entsprechenden Instrumenten, können jedoch aufgrund des Brandings des Tuba-Herstellers deutlich teurer sein.
Es gibt jedoch eine Alternative.
Der deutsche Hersteller Jakob Winter produziert professionelle Hartschalenkoffer für verschiedene Tubamodelle.
Ein Kunde von Elcoda kann deshalb beispielsweise:
und anschließend einen passenden Jakob-Winter-Koffer separat auswählen.
Jakob Winter Hartschalenkoffer für Tuba: links mit Miraphone-Logo, rechts die Serienausführung von Jakob Winter
Auf diese Weise lässt sich in manchen Fällen der Gesamtpreis des Sets deutlich reduzieren.
Entscheidend ist jedoch die richtige Passform.
Selbst Tuben derselben Stimmung und desselben Herstellers können sich in Gesamthöhe, Schallbecherdurchmesser, Korpusbreite und Rohrführung unterscheiden. Deshalb muss der Koffer immer für das konkrete Tubamodell ausgewählt werden.
Bei Elcoda können wir zusammen mit der Tuba einen geeigneten Koffer auswählen und dessen Kompatibilität mit dem gewünschten Instrument überprüfen.
Trotz ihres Namens ist die Wagner-Tuba beziehungsweise Wagnertuba nicht einfach eine kleinere Version einer gewöhnlichen Tuba.
Hinsichtlich Bauweise, Mundstück und Spieltechnik steht sie dem Waldhorn deutlich näher.
Die Wagner-Tuba wird mit einem Hornmundstück gespielt und traditionell von Hornisten eingesetzt.
Ihr Klang liegt zwischen Horn und tiefem Blech: dunkler und dichter als ein Horn, jedoch weniger massiv als eine Bass- oder Kontrabasstuba.
Die Wagner-Tuba — ein Instrument mit enger Verwandtschaft zum Waldhorn
Richard Wagner entwickelte die Idee für das neue Instrument Mitte des 19. Jahrhunderts während seiner Arbeit am Zyklus Der Ring des Nibelungen.
Er suchte nach einer Klangfarbe, die den klanglichen Raum zwischen der Horngruppe und den Posaunen ausfüllen konnte.
Wagner setzte in seinen Partituren ein Quartett dieser Instrumente ein: zwei Tenor-Wagnertuben in B und zwei Bass-Wagnertuben in F.
Sie sollten von Hornisten aus der erweiterten Horngruppe gespielt werden.
Später wurde das Instrument auch von anderen Komponisten eingesetzt.
Eine besonders wichtige Rolle spielt die Wagner-Tuba in der Musik von Anton Bruckner. Sie kommt in seiner Siebten, Achten und Neunten Sinfonie zum Einsatz.
Auch Richard Strauss verwendete Wagner-Tuben, unter anderem in Eine Alpensinfonie, Elektra und Die Frau ohne Schatten.
Hans Hoyer gehört zu den bekannten modernen Herstellern von Wagner-Tuben.
Das Sortiment umfasst Instrumente in B und F sowie Doppel-Wagnertuben in F/B.
Ein wesentliches Merkmal dieser Instrumente ist, dass sie speziell für Hornisten entwickelt werden.
Anordnung der Hebel, Blaswiderstand und allgemeine Ergonomie sollen es dem Musiker ermöglichen, vom Horn auf die Wagner-Tuba zu wechseln, ohne seine gewohnte Spieltechnik vollständig umstellen zu müssen.
Doppel-Wagnertuben in F/B bieten zusätzliche Flexibilität und ermöglichen Spielweisen, die dem Musiker vom modernen Doppelhorn vertraut sind.
Professionelle Wagner-Tuben werden auch vom deutschen Hersteller Engelbert Schmid gefertigt.
Das Unternehmen legt besonderen Wert auf Intonation, Ansprache, Position der Hebel und Ergonomie für professionelle Hornisten.
Bei der Auswahl einer Wagner-Tuba sollten deshalb nicht nur die Stimmung, sondern auch das konkrete Repertoire, die Anforderungen des Orchesters und die individuellen Gewohnheiten des Musikers berücksichtigt werden.
Die eine universell „beste Tuba“ gibt es nicht.
Zwei professionelle Musiker können sich abhängig von Orchester, Repertoire und persönlicher Spieltechnik für völlig unterschiedliche Instrumente entscheiden.
Bei der Auswahl sollten unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt werden:
Für einen professionellen Musiker ist besonders wichtig, wie das konkrete Instrument im eigenen Orchester klingt und wie selbstverständlich es auf die gewohnte Spieltechnik reagiert.
Professionelle Tuben sollten deshalb nicht ausschließlich anhand von Preis, Größe oder Anzahl der Ventile miteinander verglichen werden.
Elcoda arbeitet mit professionellen Musikern, Orchestern und Kunden, die spezielle oder seltene Instrumente benötigen. Wir liefern Musikinstrumente weltweit und beraten unsere Kunden bei der Auswahl.
Bei der Bestellung einer Tuba können wir auch bei der Auswahl eines passenden Hartschalenkoffers helfen. Dazu gehören alternative Lösungen von Jakob Winter, wenn ein originaler Markenkoffer den Gesamtpreis des Sets unnötig erhöht.